Karakorum (Trefl)

Autor: Reiner Knizia

Illustration: Kamila Mrozek-Zielinska

Erscheinungsjahr: 2025

 

2-4 Personen / 30 min / ab 8 Jahren

Die Ausrüstung liegt bereit, das Basislager ist errichtet. Nun kann es losgehen in eines der höchsten Gebirge der Welt! Wer wird seine Expeditionen sicher und schnell voran bringen? Am Gipfel warten Ruhm und Ehre!

Push-your-luck trifft Set collection auf mehreren Ebenen

 

In „Karakorum“ geht es um das höchstmögliche Aufsteigen mit gleich drei eigenen Expeditionen (jeweils grün, gelb und rot). Diese werden über das Sammeln von Karten und erfüllen von Zwischenzielen bewegt.

 

Alle Spieler am Tisch verfügen dabei über ein eigenes Berg-Tableau mit einer 30 Feldern langen Strecke durch das Gebirge – mit Start am Basislager und bis auf den höchsten Gipfel.

 

Grundsätzlich wird das Spiel über mehrere Runden gespielt, welche sich in drei Phasen unterteilen lassen: Gipfelkarten aufdecken, Gipfelkarten nehmen und zuordnen, Etappen bewältigen und/oder abbrechen.

 

Wer am Zug ist, deckt mindestens eine Karte (maximal Spielerzahl +1) auf. Von diesen ausliegenden Karten dürfen nun eine oder alle Karten einer Gipfelfarbe genommen werden. Allerdings müssen diese dann auch im eigenen Spielbereich angelegt werden können.

 

Maximal vier Etappen und dabei höchstens eine Farbe doppelt sind erlaubt. Neue Karten müssen eine neue Etappe erstellen oder auf eine bestehende gelegt werden können. Für das Auflegen gilt: Der Wert der neuen Karte muss gleich oder höher sein.

 

Hat der aktive Spieler ausgewählt, dürfen alle anderen Mitspielenden reihum eine Karte nehmen, falls gewünscht und möglich.

 

Beginnend mit dem aktiven Spieler dürfen nun Etappen mit mindestens drei Karten bewältigt oder mit weniger als drei Karten abgebrochen werden. Abgebrochene Etappen führen zu einem Rückschritt der entsprechenden Farbe um drei Felder.

 

Zum Bewältigen bzw. Werten einer Etappe muss diese zwingend aus drei oder mehr Karten bestehen. Entweder nutzt man eines der ausliegenden Zwischenziele oder es werden schlicht die auf der Etappe abgebildeten Eispickel gezählt. In beiden Fällen resultiert dies im Vorrücken einer der drei eigenen Etappen.

 

Wird die letzte Gipfelkarte vom allgemeinen Stapel aufgedeckt, wird nur noch die aktuelle Runde zu Ende gespielt. Etappen müssen nun gewertet oder abgebrochen werden. Zwischenziele sind ab diesem Zeitpunkt gesperrt und können nicht mehr erfüllt werden.

 

Schafft es ein Spieler am Tisch, mit allen drei Expeditionen den obersten Gipfel zu erreichen, gewinnt dieser sofort das Spiel. Andernfalls kommt es zur Schlusswertung. Um sich für diese zu qualifizieren muss mindestens eine eigene Expedition in ihrer Farbe die höchste Stufe am gesamten Tisch erreicht haben. Ein Gleichstand genügt hier.

 

Allerdings muss diese Expedition dann vom Tableau entfernt werden. Die beiden verbliebenen Farben ergeben die Siegpunkte. Wer die meisten Punkte erreicht, gewinnt. Bei einem Gleichstand teilen sich die Gipfelstürmer den Sieg.

 


 

Meine Meinung zum Spiel

 

„Karakorum“ ist ein sehr interessantes Familien-Kartenspiel mit einer leicht erhöhten Komplexität und deutlich mehr Interaktion, als es zunächst den Anschein hat. Auch gilt dies für die Spieltiefe und die damit verbundenen Entscheidungen.

 

Möchte ich möglichst viele Eispickel auf den Karten? Welchen Zahlenwert nehme ich dafür eventuell als Startkarte schon in Kauf? Versuche ich den anderen am Tisch die attraktiven Zwischenziele wegzuschnappen? Bereits ab der ersten Runde bietet das Spiel knifflige Momente. Nicht nur die eigene Auslage, sondern bestenfalls auch die der anderen sollte im Blick behalten werden.

 

All dies geschieht hier auf einem familienfreundlichen Level, auch wenn Spielerfahrung hier natürlich einen deutlichen Vorteil verschafft. In unseren Testrunden konnte das Spiel sowohl in Kinder-, als auch in Familien- und reinen Erwachsenen-Runden überzeugen.

 

Der sehr überschaubare Aufbau, das schnelle Erklären und die Spieldauer von etwa dreißig Minuten machen das Spiel vor allem für Gelegenheitsspieler interessant, welche einen neuen Mechanik-Mix erkunden möchten. Auf lediglich drei kleinen Doppelseiten wird das Spiel hervorragend in der Anleitung erklärt, was den Einstieg sehr leicht macht.

 

Dabei kommt das Thema im Spielverlauf sehr frisch daher, auch wenn hier letztlich Farben und Symbole gesammelt werden. Die Illustrationen sind einfach gehalten, gefallen mir persönlich aber gut. Ein paar zusätzliche Abbildungen von Bergsteigern auf den Karten hätte dem Spielgefühl sicherlich gut getan. Das Spielmaterial insgesamt ist aber von sehr guter Qualität.

 

Verwirrend finde ich die farbigen Flaggen auf den drei Gipfeln der Spieler-Tableaus. Hier entstand für einige Spieler unserer Testrunden das Missverständnis, die entsprechende Farbe muss nur bis zur entsprechenden Flagge gezogen werden. Auch wären etwas größere Felder auf den Tableaus erfreulich gewesen.

 

Abschließend sollte man sich von der kleinen Schachtel und dem ungewöhnlichen Thema nicht täuschen lassen: „Karakorum“ ist ein wirklich tolles Familienspiel, das mit einfachen Mitteln Spielspaß und Spannung erzeugt! Gerade Gelegenheitsspieler-Familien und Familien mit Kindern im oberen Grundschulalter kann ich dieses Spiel sehr empfehlen!

+ frisches Thema

+ viele interessante Entscheidungen

+ wenig Downtime durch das Erhalten von Karten im Zug der anderen

+ schneller Aufbau, angenehme Spieldauer

+ toller Mechanik-Mix für Gelegenheitsspieler

 

- Flaggen auf Gipfel zu Beginn etwas verwirrend

- Felder auf Zugleiste etwas zu klein

- Illustrationen könnten "lebendiger" sein

8,5 / 10

Das Spiel habe ich mit einem Presse-Rabatt gekauft. Dies hat keinen Einfluss auf meine Meinung oder Wertung.

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.