Dämmerwache (arsEdition)

Autorin: Sophia Wagner

Illustration: Sonja Müller

Erscheinungsjahr: 2025

 

2-4 Personen / 30 min / ab 8 Jahren

Ein gemeiner Eulen-Magier hat die drei Königskinder entführt und in sein finsteres Baumversteck gesperrt. Schafft ihr es, die zahlreichen Monster zu umgehen oder sogar zu besiegen? Und wenn unterwegs noch das ein oder andere Goldstück in eure Tasche wandert, kann das ja auch nicht schaden!

Gemeinsames Ziel, aber kompetitives Spiel

 

In „Dämmerwache“ möchten wir mit dem eigenen Gildenmarker so weit wie möglich den dunklen Hexer-Baum hinaufsteigen, am besten bis zu den gefangenen Königskindern.

 

Der Baum besteht aus sechs Etagen mit jeweils drei Räumen. Diese werden verdeckt ausgelegt und können Monster, Gold, Fackeln oder einen leeren Raum beinhalten. Alle drei Königskinder-Plättchen, sowie eine Schatztruhe pro Person werden über die oberste zugängliche Etage gelegt. Erreicht eine Person diese Etage, bekommt sie eine Schatztruhe (5 Gold) und die Königskinder werden in den mittleren Raum der obersten Ebene gelegt.

 

Wir können diese nun befreien und das Spiel beenden – aber dadurch nicht zwangsläufig gewinnen. Sollten die Kinder nicht aktiv befreit werden und selbständig aus dem Turm fliehen (im Laufe der Runde rutschen die Raumplättchen und somit die Kinder immer weiter nach unten durch), endet das Spiel sofort.

 

Der eigene Zug besteht zunächst aus der Auswahl eines Helden-Charakters und einem Würfelwurf. Jeder Charakter hat eine Fähigkeit, welche im Laufe des Spiels einmal aufgewertet werden kann. Jeder Würfelwurf zeigt mir die Stockwerke an, in denen mein ausgewählter Charakter die Räume durchsuchen kann. Setze ich einen Helden in Stockwerken über meinem Gildenmarker ein, darf ich diesen im Anschluss um eine Etage nach oben versetzen.

 

Monster stellen Hindernisse oder Möglichkeiten zum Gewinn von Erfahrungspunkten dar. Goldmünzen bringen direkt ihren Wert in Siegpunkten. Fackeln können für Aufwertungen der eigenen Helden eingesetzt oder ebenfalls als Siegpunkte behalten werden. Leere Räume sind erstmal kein Problem, aber (ohne aufgewerteten Dieb) wertlos.

 

Da alle am Tisch Zugriff auf die selben Helden haben, kann ein bereits aktivierter Held in der laufenden Runde nicht mehr ausgewählt werden. Sobald fünf der sechs Charaktere Aktionen ausgeführt haben, wird eine neue Runde begonnen und alle Helden sind wieder spielbereit.

 

Sind alle Königskinder aktiv aus Räumen befreit worden oder haben diese die unterste Ebene erreicht endet das Spiel. Wer nun die meistens Goldmünzen besitzt, gewinnt.

Meine Meinung zum Spiel

 

„Dämmerwache“ hat mich direkt angesprochen – und das in vielerlei Hinsicht. Neben dem spannenden Thema und der wunderschönen Illustration bietet dieses tolle Familienspiel einen hochinteressanten und frischen Mechanik-Mix.

 

Durch die gemeinsamen Helden, die nur einmal pro kompletter Runde aktiviert werden können, entstehen direkt ab Runde eins spannende Entscheidungen. So muss ich mich im Spielverlauf immer wieder zwischen der besten Wahl für mich und dem Verhindern eines optimalen Gegnerzuges entscheiden.

 

Dennoch ist es nicht möglich, jemandem am Tisch den kompletten Zug zu blockieren. Es gibt immer gute Alternativen und manchmal ergeben sich aus aufgedeckten Räumen unverhoffte Chancen.

 

Die Fähigkeiten der einzelnen Helden sind unterschiedlich genug um interessant zu sein, aber ähnlich genug, damit auch spielerfahrene Kinder ab sechs Jahren diese zielgerichtet einsetzen können. Abgesehen von der Sachensucherin (diese Fähigkeit mussten wir den Kindern in den Testrunden öfter erklären) sind alle Symbole sehr schnell zu lernen und bereits nach einer Runde verinnerlicht.

 

Dies ermöglicht ein sehr flüssiges Spielgefühl. Da die anderen Personen am Tisch sowohl meine Charakterauswahl, als auch meine zu entdeckenden Etagen bzw. Räume beeinflussen, sind deren Züge immer wichtig. Dies resultiert in einer nahezu nicht vorhandenen Downtime zwischen den eigenen Zügen.

 

Das Aufwerten der Helden macht immer wieder Spaß und bietet eine individuelle Herangehensweise. Denn meine aufgewerteten Aktionen stehen nur mir zur Verfügung, auch wenn der entsprechende Charakter von allen ausgewählt werden kann.

 

Die vielfältigen Möglichkeiten an Siegpunkte zu gelangen, gefallen mir außerordentlich gut. Trotz des scheinbar gemeinsamen Ziels – dem Retten der Königskinder – geht es am Ende um das gesammelte Gold. Dieser kleine Widerspruch bietet einen clever Spielreiz.

 

In einem Familienspiel gibt es meist auch einen Glücksfaktor. Dieser ist hier durch das Aufdecken der Räume gegeben. Somit kann nicht jeder Zug durchgeplant werden und es kommt immer wieder zu mehr oder weniger gewinnbringenden Überraschungen. Unter Umständen kann dies natürlich auch zu gewissen Frust-Momenten führen, wenn wiederholt für den eigenen Helden unpassierbare Räume aufgedeckt werden. Für die anvisierte Zielgruppe finde ich diesen Aspekt jedoch gut getroffen.

 

Zudem möchte ich die sehr gut geschriebene und strukturierte Spielanleitung erwähnen.

 

Abschließend kann ich „Dämmerwache“ allen Familien mit Kinder ab 7 Jahren (oder spielerfahrenen 6 Jahren) wärmstens empfehlen! Hier bekommt ihr ein Spiel, welches bekannte Mechaniken clever neu verzahnt und uns in jeder Partie richtig Spaß gemacht hat!

+ wunderschöne Illustration

+ frischer, innovativer Mechanik-Mix

+ wenig Downtime

+ individuelle Helden-Aufwertung

+ sehr gute Spielanleitung

 

9,5 / 10

- Glücksfaktor bei den Räumen kann frustrieren

 

Das Spiel wurde mir als Rezensions-Exemplar zur Verfügung gestellt. Dies hat keinen Einfluss auf meine Meinung oder Wertung.

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